Seit gestern befasst sich der Deutsche Ärztetag in Essen mit wichtigen Themen wie „Freiheit und Verantwortung und der ärztlichen Profession“ und „Gesundheitsbildung: vom Wissen zum Handeln“.
Besonders eindrucksvoll war bei der Eröffnungsveranstaltung die Auszeichnung von Dr. Leon Traub mit der Paracelsus-Medaille. Ein jüdischer Kollege, der 1926 in Lodsz geboren, mit seiner Familie den Verfolgungen der Nazis ausgesetzt war. Er überlebt das Ghetto in seiner Heimatstadt, Transporte und Gefangenschaft in die Konzentrationslager Auschwitz, Groß-Rosen, Flossenbürg und Natzweiler-Struthof.
Als der Krieg vorbei ist erfährt er, dass aus seiner Familie seine Schwester ebenfalls im Lager Bergen-Belsen überlebt hat. So fährt er dorthin um sie zu treffen. Er lernt deutsch, legt innerhalb von zwei Jahren sein Abitur ab, studiert dann als „displaced person“ Medizin an der Georg-August-Universität in Göttingen.
Nach Rückkehr in seine Heimat, erneuter Diskriminierung in seinem Heimatland und Emigration mit folgender ärztlicher Tätigkeit in Schweden entschließt er sich sich für Versöhnung einzusetzen.
Sein Buch „Versöhnung mit dem Bösen“ steht für diesen Einsatz, der in auch als Alumni nach Göttingen zurückführte.
Er ist ein wahrhaft würdiger Träger der Medallie.






